In einem offenen Brief wenden sich Zweit- und Drittligisten an den DTTB und die TTBL gegen die einseitige Einführung des „Pokal Grand Opening“.
Liebe Vertreter der TTBL-Sport GmbH,
lieber DTTB-Vorstand,
der Pokal-Wettbewerb soll der fairste Wettbewerb sein, in dem alle teilnehmenden Clubs mit denselben Chancen starten, unabhängig von ihrer bisherigen Platzierung oder ihrem Renommee.
Der Pokal-Wettbewerb soll für maximale Spannung stehen. Keine langen Tabellen, keine strategischen Überlegungen über die gesamte Saison. Wer gewinnt, kommt weiter. Wer verliert, scheidet aus. Dieses klare Prinzip macht den Wettbewerb transparent, nachvollziehbar sowie authentisch. Jede Partie soll einen Endspielcharakter besitzen und für eine Intensität sorgen, die Zuschauer:innen sowie Athlet:innen zugleich begeistert. Durch Emotion, Dramatik und Unvorhersehbarkeit sollen Geschichten geschrieben werden, die in Erinnerung bleiben.
Aus diesem Grund plädieren alle Zweit- und Drittligisten seit Jahren für Änderungen im Austragungssystem der Deutschen Pokalmeisterschaften, um diesen Wettbewerb attraktiver zu gestalten.
Doch die Vorschläge, für Achtelfinal- und Viertelfinal-Begegnungen feste Termine im Rahmenterminplan zu berücksichtigen, die Setzung der Top-Teams im Viertelfinale aufzuheben oder gar einen K.o.-Wettbewerb mit allen Teams ab der ersten Runde einzuführen, wurden durch die TTBL-Sport GmbH in den vergangenen Jahren nicht unterstützt.
Und nun ändert die TTBL-Sport GmbH ohne Beteiligung und infolgedessen auch ohne Mitbestimmung der Zweit- und Drittligisten das Austragungssystem mit der Einführung des Pokal Grand Opening und bezieht die Zweit- und Drittligisten ebenso nicht bei der Terminfindung ein.
Natürlich ist das Einführen eines weiteren kompakten Events positiv für die TTBL-Clubs, schließlich können der Dyn-Media-Day, der Achtelfinal-Termin sowie der Viertelfinal-Termin auf ein einziges Wochenende fallen und somit Zeit und Geld für die TTBL-Clubs gespart werden.
Eine solche Änderung darf jedoch nicht auf dem Rücken der Zweit- und Drittligisten ausgetragen werden. Die Pokal-Heimspiele im Achtel- und Viertelfinale sind für die unterklassigen Clubs das sportliche und emotionale Highlight im Jahreskalender. Das Ausbleiben dieser Highlights ist gleichbedeutend mit einer fehlenden Einnahmequelle und Möglichkeit, in der eigenen Region absoluten Spitzensport zu präsentieren.
Dass man für das Pokal Grand Opening ausgerechnet den Termin wählt, den seit jeher die Zweit- und Drittligisten für die Pokalvorrunde nutzen und die tieferklassigen Vereine somit zusätzlich unter Druck setzt, ist in Summe nicht hinnehmbar.
Die Unterzeichner dieses Briefes fordern einen sofortigen, offenen und fairen Austausch über eine gemeinsame Reform der Deutschen Pokalmeisterschaften. Die einseitig geplante Durchführung des Pokal Grand Opening werden wir nicht unterstützen und als Zeichen des bisher fehlenden Miteinanders wird der überwiegende Teil der Zweit- und Drittligisten nicht an der Vorrunde der Deutschen Pokalmeisterschaften teilnehmen.
Gez.
26 Vereine (28 Mannschaften) der 2. und 3. Bundesligen

